Neuer Teilnahmerekord – unser Bericht vom 22. Sparkassen Festungslauf!
Rekordlauf und zwei strahlende Titelverteidiger: Julia Schumann (Skiverein Neudorf) und Felix Friedrich von der BSG Ostsächsischen Sparkasse Dresden haben nach ihren Premierenerfolgen 2025 auch in diesem Jahr den 22. Sparkassen Festungslauf gewonnen. Beide setzten sich am Ende klar gegen die Konkurrenz durch.
Friedrich absolvierte den um 600 Meter verlängerte Kurs von 9,4 Kilometern in 35:32 Minuten – mit einem Vorsprung von 47 Sekunden. Der 2024er-Gewinner Peter Frohnwieser (Team Dresdner Sportladen/Salomon) holte hinter dem Dresdner zum vierten Mal Silber vor Lucas Herrmann vom SCC Berlin.
„Dass es am Ende so deutlich wurde, hätte ich nicht erwartet, weil ich aufgrund der Arbeit überhaupt nicht mehr so trainiere, und nur Rennen bestreite, wenn es sich mal anbietet, fünf, sechs vielleicht im Jahr“, erklärt der 23-jährige Bankangestellte Friedrich. „Im Unterschied zum vorigen Jahr war es dieses Mal nicht so heiß. Und das hat mir in die Karten gespielt. Wenn es heißer gewesen wäre, hätte ich vielleicht ein bisschen länger gewartet, bis ich mich getraut hätte, vielleicht den ersten Angriff zu setzen. Aber es war gut, dass ich vor dem steilen Hasenberg schon ein bisschen Vorsprung hatte vor Peter.“
Und nimmt er 2027 den Hattrick in Königstein ins Visier? „Ob ich wieder dabei bin, weiß aktuell noch nicht. Es ist nicht mehr so viel Zeit für den Sport“
Doppelsiegerin Julia Schumann weiß auch noch nicht, ob sie 2027 ihren dritten Titel in Folge anvisieren wird. Sie hatte dieses Jahr in 44:37 Minuten die Nase vorn. Dahinter sicherte sich die Auerin Nathalie König (Athletics Team Dresden) den zweiten Platz vor Ellen Pestel vom TSV Flöha 1848.
„Womöglich starte ich Stausee-Triathlon Schönheide, falls der zur selben Zeit stattfindet“, erklärt Julia Schumann, die ein sehr erfolgreiches Skilanglauf-Talent ist. „Wir werden sehen, es ist jedenfalls schön, dass ich nochmal den Titel verteidigen konnte. Der Lauf hier ist einer meiner Lieblingsläufe. Es geht stetig bergauf, auch durch unwegsames Gelände. Man muss also ordentlich die Knie heben und die Füße“, führt die 15-jährige Gymnasiastin von der Eliteschule des Sports in Oberwiesenthal fort.
„Auch die Aussicht, wenn man hier oben auf Plateau, ist sehr schön. Wir sind extra früher aus dem Urlaub gekommen, um hier dabei zu sein“, sagt sie und meint ihre laufverrückte Familie. Neben ihrer siegreichen Schwester Emilia (U10) war auch ihr Bruder Fabian am Freitagabend erfolgreich. Er ergattert als Drittschnellster insgesamt Platz zwei in der Altersklasse U14 beim Minilauf (1,2 km) auf dem Festungsplateau.
In den Wanderurlaub nach Österreich fuhr indes gleich an diesem Sonnabend Peter Frohnwieser, der in diesem Jahr Silber recht früh sicher hatte und anschließend das Panorama auf der Festung genoss. Nach vorne hin sei aber schon früh wenig gegangen. „Chapeau, Felix war heute nicht zu schlagen, der war eigentlich schon unten in Höhe Parkhaus weg“, so der Dresdner. „Mir ist die Zeit aber egal, ich habe hier Spaß und freue mich über den zweiten Platz.“
Auch die Zweite bei den Frauen, Nathalie König vom Athletics Team Dresden, kam glücklich ins Ziel. Ihr Rückstand auf Tagessiegerin Julia Schumann betrug 19 Sekunden.
„Sie war die ganze Zeit in Sichtweite, ich habe am Berg alles rausgeholt, aber auf der letzten Runde haben das die letzten Körner gefehlt“, erklärt die 28-jährige Auerin, die für einen bekannten Sportschuhhersteller arbeitet. „Gestern Abend war ich schon beim Stundenpaarlauf in Leipzig dabei, ich wollte mal das Doppelbelastungskonzept mit flachen Intervallen und Berglauf ausprobieren und schauen, was das im Wettkampf für einen Effekt macht. Und hier am Berg war ich richtig gut. Von der Form her war ich auch stärker als beim meinem zweiten Platz hier vor zwei Jahren.“
Dieses Jahr gab es den zweiten Teilnahmerekord hintereinander. Und erstmals wurde die 1.000er-Marke geknackt: Insgesamt haben 1.057 Finisher das Ziel erreicht – 87 mehr als im Vorjahr, ein neuer Rekord. Über 1.200 Läuferinnen und Läufer hatten sich angemeldet. Auch das war eine neue Bestmarke.
„Die Grenze des Machbaren ist vermutlich bald erreicht, wenn man die Platzkapazitäten vor Ort auf der Festung mit ihrem besonderen Flair sieht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Marke 1.500 Teilnehmer möglich ist. Das wird dann irgendwann zu eng, und die Festung ist ein Museum, das darf man nicht vergessen“ sagt Organisationsleiter Jens Dzikowski, der sich aber trotzdem sehr über die neuen Rekorde bei dem vom Kreissportbund Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (KSB) organisierten Traditionslauf gefreut hat. „Es war ein Riesenhammer am Freitag, eine tolle Veranstaltung und die positiven Rückmeldungen zeichnen dasselbe Bild. Das alles ist auch nur möglich dank der rund 120 ehrenamtlichen Helfer aus sieben Vereinen, Schulklassen, der Freiwilligen Feuerwehr, der Bergwacht und natürlich dank des KSB-Teams.“
Die Diskrepanz zwischen Anmeldungen und tatsächlichen Starterinnen und Startern hänge mit einem Trend zusammen, den es auch bei andere Laufveranstaltungen gibt. „Zehn bis fünfzehn Prozent der angemeldeten Personen nehmen nicht teil, obwohl ihre Zahlung für die Anmeldungen dann nicht rückerstattet werden, für uns bleiben die Kosten ja. Medaillen werden gekauft, Getränke, die Organisation, das alles kostet trotzdem“, so Dzikowski.
Neben Verletzungen und unerwarteten Termin-Umplanungen hätten Beobachtungen und Nachfrage gezeigt, dass auch der Wetterbericht eine besondere Rolle bei den Absagen spiele. „Ist einige Wochen vorher, in der Wetterprognose, beispielsweise Hitze angekündigt, stocken die Anmeldezahlen und außerdem planen einige angemeldete Läufer deshalb um. Ändern sich aber die Prognosen, z.B., wie in diesem Jahr, und es wird doch nicht so heiß, dann melden sich die Leute wieder verstärkt und kurzfristig an.“
In diesem Jahr gab es erstmals vorab eine Teilnahmebegrenzung – die lag bei 1.200. Das hat gepasst. Ein Limit bei den Anmeldungen könnte es so auch im kommenden Jahr geben. Der Termin für den 23. Sparkassen Festungslauf in Königstein steht jedenfalls schon fest: 13. August 2027.
Alle Ergebnisse sind hier nachzulesen, u.a. auch vom zweiten Mal stattfindenden Inklusionslauf und vom 7,7-km-Rennen: https://baer-service.de/ergebnisse/FLK/2026
Mehr Fotos und Themen zum 22. Sparkassen Festungslauf gibt es in Kürze auf den Festungslauf-Info-Kanälen des
(Foto: skl)









